Heft 2/2020


Come Together!


Fragen des Miteinanders bzw. von sozialer, kultureller und ethnischer Integration beherrschen seit geraumer Zeit den öffentlichen Diskurs. Der (meist einseitige) Tenor in dieser Debatte lautet, dass es diesbezüglich eine Bringschuld auf Seiten der neu Hinzukommenden gäbe – eine Pflicht zur Anpassung gegenüber dem mehrheitlich Vorherrschenden. Ausgegangen wird dabei meist von der anachronistischen Vorstellung, dass dieses Majoritäre und kulturell Dominante von einer gewissen Homogenität und Konsensualität geprägt ist. Was aber, wenn die Vielfalt der Lebensweisen und Identitätsausrichtungen dem prinzipiell zuwiderlaufen? Wenn in den integrativen Prozess unabdingbar eine Differenz eingeschrieben ist, die nicht einfach zum Verschwinden gebracht werden kann? Die Ausgabe "Come Together!" möchte diesen Fragen in anderen Bereichen als den bekannten gesellschaftlichen „Problemzonen“ nachgehen. Gibt es im Hinblick auf Inklusion und Miteinander im künstlerischen Feld Ansätze, die vielversprechender sind als das politisch gepredigte Assimilationsmodell? Können Strategien des „Commoning“, der instituierenden Schaffung von Gemeingütern, hier eine Hilfe sein? Oder sollte man sich, um eine effektive Einbeziehung oder ein wie immer geartetes „Wir“ zu generieren, eher an Avantgardepraktiken der radikalen Distanznahme und des Bruchs mit dem Gewohnten/Gewöhnlichen orientieren? Liegt der Schlüssel zum Integrativen womöglich in seinem genauen Gegenteil verborgen, der Akzeptanz des Disparaten und Disjunkten?

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EDITION
Ines Doujak