Heft 1/2020


Intersektionen


Identitäten, die sich aus einander ergänzenden, aber auch widerstrebenden Ingredienzien zusammensetzen. Kulturelle Backgrounds, die gleichfalls auf einander überlappenden, wiewohl nie reibungslos ineinander aufgehenden Referenzfeldern basieren. Und mittendrin der kreative Prozess, der vielfach auf KünstlerInnen-Identität und „Background“ zurückgeführt wird, sich diesen aber stets auch in erheblichem Maße entzieht. Die 100. Ausgabe greift die Debatte um „Identität“ als Überschneidungsfeld unterschiedlichster Einfluss-, Kontext- und Diskriminierungsfaktoren auf, um Fragen nach dem Produktionshintergrund gegenwärtigen Schaffens zu stellen: In welchem Maße lässt sich künstlerische Praxis von Markern wie Klassenzugehörigkeit, Ethnizität, Gender, sexueller Orientierung, „Migrationshintergrund“ etc. her erklären? Auf welche Weise transzendiert bzw. unterminiert der konkrete bildnerische Prozess diese aus dem kulturellen Diskurs nicht wegzudenkenden Differenzkategorien? Macht es überhaupt Sinn, hinter allem und jedem eine zumal „intersektionale“ Identität anzunehmen? Und liegt nicht auch ein mögliches Befreiungsmoment darin, gegen derlei Identitätsfestschreibung, die in bestimmten Sektoren der Kunst gerne für sich in Anspruch genommen wird, anzuarbeiten? springerin Nr. 100 sucht nach probaten Ansätzen, um den verqueren Herausforderungen, den das gegenwärtige Identitätsdenken an die Kunst und andere Bereiche stellt, gerecht zu werden.

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EDITION
Ines Doujak