Vorschau



Heft 3/2021

Digital Ecology

Wie gehen Digitalisierung und Nachhaltigkeit zusammen? Wie ein immer mehr ins Digitale ausgelagertes bzw. dort ihr ureigenstes Milieu findendes Produzieren zum einen, und die Sorge um Ressourcenknappheit, Umweltbelange und den unaufhaltsam fortschreitenden CO2-Fußabdruck des Menschen auf der Erde zum anderen? Lange sah es so aus, als würden die zunehmende Technisierung von Informations- und Kommunikationsmitteln und die Frage, wie lange ein stabiles ökologisches Gleichgewicht aufrechterhaltbar ist, kaum etwas miteinander zu tun haben. Lange wurde auch dem Zusammenhang zwischen künstlerischen Produktions- (und Rezeptions-)Mitteln und natürlichem bzw. künstlichem Ressourcenverbrauch kaum Beachtung geschenkt. Dies beginnt sich gegenwärtig nicht nur aufgrund einer Vielzahl von Künstler*innen, die bewusst und reflexiv ökologische Fragestellungen in ihr Schaffen miteinbeziehen, zu ändern. Auch werden in wirtschaftlicher und kulturtheoretischer Hinsicht zusehends die tieferen und längerfristigen Auswirkungen erkennbar, welche die tagtägliche Handhabe und Inanspruchnahme des Digitalen in umweltbezogener Hinsicht hinterlassen. Dazu kommt, dass inzwischen schon gemutmaßt wird, ob nicht eine entsprechend in Stellung gebrachte Künstliche Intelligenz womöglich mehr ökologische Nachhaltigkeit gewährleisten könnte als vom Menschen ersonnene (und meist sofort auch wieder verhinderte) Lösungsansätze. Das Heft „Digital Ecology“ fragt nach den konkreten Potenzialen und Implikationen dieses Zusammenhangs. Ob elektrische Schafe es mit weniger umweltzerstörenden Androiden zu tun haben werden, oder ob posthumane Subjekte überhaupt noch zukunftsbezogen träumen – über all das spekuliert dieses überfällige Themenheft.

Erscheinungsdatum: 15. September 2021