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Heft 3/2018

Institut "Kunst"

Der Kunstbetrieb hat sich schon längst in viele parallele Betriebe gespalten, die alle ihre eigene Institutionenwelt, ihre Märkte und ihre Illusionen haben. Nicht einmal mehr die ehemals hegemonialen Großveranstaltungen wie die documenta oder die Biennalen von Venedig, São Paulo, Istanbul oder New York sind imstande, nachwirkende kohärente Narrative zu erzielen. Was hält das Institut Gegenwartskunst noch zusammen? Sind es allein die Projektionen, auf den globalen Märkten reüssieren zu können, oder die Hoffnung, sich in Großausstellungen, welche als Fluchtpunkte aus dem Alltag der lokalen Repräsentations- und Konkurrenzkämpfe erscheinen, zumindest kurz – jenseits der Reiselogik der eigenen Zirkel – als vermeintlich universaler Wert gespiegelt zu sehen? Das Heft 3/2018 fragt KünstlerInnen verschiedener Generationen danach, welche Figuren, welche ästhetischen Haltungen, welche Lebenswege und nicht zuletzt welche Arbeiten und Projekte als Reflexions-, Widerstands- oder Erfolgsmodelle ihre Arbeit begleitet haben. Und es stellt damit eine Frage nach der Figur der Produktion. Welche Logik treibt sie an? Und sind es überhaupt noch die KünstlerInnen, das Werk, das Projekt, die wahrgenommen werden? Oder hat sich in den Austauschregimen der Gegenwart nicht längst schon eine andere Konzeption dafür etabliert, was das Institut „Kunst“ als Lebens- und Denkraum bestimmt?

Erscheinungsdatum: 15. Juli 2018

 

Heft 4/2018

Fortschritt / Progress

Entwickelt sich unsere Gesellschaft noch weiter? Weiter in dem Sinn, dass als ungerecht erkannte Zustände realiter zu beseitigen versucht und Prozesse, die ein ausgeglichenes Zusammenleben fördern sollen, aktiv in Gang gesetzt werden? Ist Fortschritt, der so lange die Narrative von Modernisierung und sozialem Ausgleich bestimmt hat, heute noch eine maßgebliche Kategorie? Sind im kulturellen Feld vielleicht noch eher Momente des Progressiven bzw. tragfähigere Ansätze zur Überwindung ungerechter, nicht-egalitärer Verhältnisse zu finden? Und soll man Fortschrittsideologien Glauben schenken, die diesen vor allem im technologischen Bereich ansiedeln, womöglich mit dem Hintergedanken, dass die gesellschaftliche Mechanik dem technisch erreichten Stand der Dinge schon irgendwie folgen wird? Die Kunst ist dem allen vielleicht immer schon einen Schritt voraus, indem sie von der Zukunft her, von einem idealiter oder utopistisch ausgemalten Bild her, auf ein unerquickliches Hier und Jetzt einwirken will. Die Herbstausgabe breitet Szenarien dieses Einwirkens aus und fragt, inwiefern sich damit einem (auch sozialen) Fortschritt, der diesen Namen verdient, zuarbeiten lässt.

Erscheinungsdatum: 15. Oktober 2018