Heft 4/2024 - Climate Dignity
Eine berechtigte Frage, die wir uns im Oktober 2024 stellen müssen, während wir hier in Osteuropa mitten in einem Feld stehen, umgeben von weiteren Feldern, die alle nahezu leer aussehen – wir wissen, dass sie aus Schichten und Sedimenten aller möglichen Geschichten bestehen, wir kennen die darauf projizierten Wünsche, und doch erscheinen sie nahezu leer, diese Felder, hier in der Mitte einer Ebene, im Süden, inmitten einer zukünftigen Wüste, mit starken Winden und unerträglicher Dürre – also, die Frage lautet: Was machen wir hier eigentlich?!
In einer Ebene ist es für die Menschen leichter, sich im richtigen Maßstab zu sehen – zwischen dem weiten Horizont und der frisch umgegrabenen Erde, in einer Ebene, wenn sie sich selbst als zugleich klein und mächtig erkennen, nicht erdrückt von den Bergen oder dem Meer, nicht zwergenhaft wirkend im Vergleich zu den jahrhundertealten Wäldern oder dem Urwald, nicht eingezwängt zwischen den Hügeln; hier scheinen die Menschen ihre wahre Größe zu haben, wie ein Baum, in einem vermeintlich leeren Feld, wo man sich den eigenen Grenzen stellen muss, ohne vor seinen Ambitionen zurückzuscheuen.
Auf diesem speziellen Feld im Süden Rumäniens, etwas nördlich von Bukarest, auf dem wir, existenziell gestrandet, stehen, waren wir im letzten Sommer von verbrannten Maispflanzen umgeben. Im gesamten Osten und Süden des Landes sowie einem Großteil des Balkans bot sich einem der gleiche deprimierende Anblick. All diese Felder wurden industriell als Monokulturen bewirtschaftet, getreu dem Versprechen, die Welt zu ernähren. Denn wozu ist ein Feld gut, wenn nicht dazu, die Menschen zu ernähren? Wie können die Menschen weiterhin vom Land leben, wenn es sich bei denen, die noch in den Dörfern leben, um ältere Menschen handelt, die das Land nicht mehr bewirtschaften können, während für die noch verbliebenen Jungen die einzige Möglichkeit, über die Runden zu kommen, darin besteht, mithilfe von Subventionen eine riesige, teure Maschine zum Pflügen, Säen und Ernten zu kaufen und genetisch veränderte Nutzpflanzen auf dem Land auszubringen. Allerdings hat sich in diesem Sommer gezeigt, dass auch Monokulturen, so abgehärtet das Saatgut bereits sein mag, von dem sie stammen, letztlich den immer verheerenderen Folgen des Klimawandels zum Opfer fallen. Die intensive Landwirtschaft kann die Menschen nicht ernähren und vernichtet mit ihren Prozessen auch die anderen Lebewesen.
Was ist also zu tun, und können wir, eine kleine Gemeinschaft aus Künstler*innen und Kulturschaffenden, von denen viele noch nie zuvor einen Acker bewirtschaftet haben, hier, auf diesem Feld, etwas tun? „Wo sind wir?“ lautet, so der Anthropologe Eduardo Viveiros de Castro, der Ökologie als eine Frage des Ortes begreift, die eigentliche „ökologische Frage“1. Und in der Tat gehört diese Art von Positionierung2 mittlerweile zu einer der wichtigsten Aufgaben, seit wir im Frühjahr 2021 in den Besitz eines Grundstücks in der Nähe von Bukarest und damit in die Verantwortung für dessen Verwaltung kamen. Wir wurden unweigerlich zu dieser Aufgabe gedrängt, durch das Land selbst und seinen Zustand, was bedeutet, dass wir ein Bewusstsein dafür entwickeln und gleichzeitig handeln müssen. Diese Positionierung wurde zu einem Lernprozess, der auf Beobachtung, Lektüre, der Beauftragung von Expertenstudien, Kartierung, Neuanfang, Zuhören, Geduld, der Akzeptanz von Grenzen und der Vernetzung mit ähnlichen Positionen beruht.
Von der Erde, den Vögeln und von den Insekten lernten wir, dass das Leben selbst bei einer so kleinen Fläche wie der unseren nach der Abkehr von der invasiven Landwirtschaft (mit Bodenbearbeitung, Pestiziden und Monokulturen) nicht nur zurückkehrte, sondern von Jahr zu Jahr vielfältiger wurde; wir waren dankbar für die Bäume, die wir gepflanzt hatten und die die Hitze überlebten, und vertrauten darauf, dass sie die Landschaft in den nächsten Jahrzehnten prägen würden; und wir begannen, uns andere Initiativen, Gruppen und Gemeinschaften anzuschauen, angefangen von unseren unmittelbaren Nachbar*innen bis hin zu Künstler*innen und indigenen Praktiken auf der ganzen Welt, und uns mit ihnen im Geiste und zunehmend auch in konkreten Beziehungen zu verbinden.
„Nicht wir besitzen das Land, das Land besitzt uns“, sagt Valiana Aguilar, Gründungsmitglied des Kollektivs Suumil Mooktaan, ansässig in Sinanche, Yucatán, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Methoden der Maya, die das Land „mit Fürsorge und Zärtlichkeit“ bewohnen, neu zu erlernen.3 Es erwies sich als ein viel längerer und schwierigerer Prozess, als wir erwartet hatten, unser besonderes Stück Land in Rumänien aus dem Kontext individuellen Eigentums herauszulösen und zu lernen, dafür zu sorgen, bevor es im Gegenzug für uns sorgen kann. Aber wir haben herausgefunden, dass auch die, deren Wissen viel stärker auf den Praktiken ihrer Vorfahr*innen beruht, es häufig mit den gleichen Herausforderungen zu tun haben. Nächstes Jahr wird sich zeigen, ob das Saatgut für traditionellen Mais, das wir von Valiana und den Menschen, die Milpa4 betreiben, erhalten haben, gegen die Dürre in unserer Region besser gewappnet ist.
„Der ländliche Raum hat sich immer wieder als idealer Ort erwiesen, um an unserer gemeinsamen Zukunft zu arbeiten, auch zuletzt wieder während der Corona-Pandemie. Unserer Ansicht nach ist der ländliche Raum jedoch kein ‚festes‘ Territorium, das ‚so ist, wie es ist‘. Der ländliche Raum ist in Wahrheit ein Ort, der erkannt, verstanden und geschaffen werden muss.“ Dieser Auszug aus der von dem indonesischen Kollektiv Jatiwangi art Factory (JaF) vorgelegten „Charta einer neuen ländlichen Agenda“ (New Rural Agenda Charter), die ursprünglich im Rahmen einer öffentlichen Versammlung auf der documenta 15 im Juni 2022 diskutiert werden sollte,5 verhalf uns, einer Gruppe aus Städter*innen, die versuchte, sich in einem Dorf zurechtzufinden, zu mehr Selbstvertrauen, was unsere Rolle bei der Entwicklung eines Verständnisses des Ländlichen betraf. Dabei ist uns bewusst, dass die Wiederaneignung des „Ländlichen“, so wie bei anderen wichtigen Begriffen wie den „natürlichen Ressourcen“, die ein gemeinsames Gut sein sollten, dessen Befreiung aus den Klauen rechter und neofaschistischer Bewegungen beinhaltet, die diese Begriffe in konservative, nationalistische Fiktionen einbetten. Wir tauschten uns mit JaF nicht nur in Bezug auf unsere Vorstellung vom Ländlichen als verbindende gemeinsame transnationale Basis aus, sondern gründeten auch wechselseitige „Botschaften“ in Form von Bäumen, die in unseren Gärten gepflanzt wurden: eine Schwarzkiefer als JaF-Botschaft bei uns und ein Mahagonibaum als Botschaft unserer Station in Perhutana, einem Vergemeinschaftungsprojekt durch Aufforstung in Jatiwangi.6 In einer Zeit, in der die Diplomatie angesichts kriegslüsterner Staatsoberhäupter, die eine Todesagenda für den gesamten Planeten aufstellen, ihre Symbolkraft verloren hat, gehört das Pflanzen von Bäumen im Bewusstsein der anderen zu einer der wenigen Aktionen in unserer Macht, die nicht gänzlich bedeutungslos sind.
Mit der Benennung unseres Projekts als The Experimental Station for Research on Art and Life7 sind wir auf Abstand zu westlich definierten Begriffen wie Natur, Umwelt oder Nachhaltigkeit gegangen und haben uns vom alles umfassenden „Leben“ inspirieren lassen, wie es der Weltsicht nicht-europäischer indigener Völker entspricht, welche Natur und Menschen gleichermaßen, auf gleicher Ebene, in gegenseitiger Abhängigkeit einschließt. Im Oktober 2024 fand in Kolumbien die UNO-Konferenz über biologische Diversität (COP 16) statt,8 zu der angemerkt werden sollte, dass inzwischen weitgehende Übereinstimmung herrscht, dass indigene Gemeinschaften einen Großteil der auf dem Planeten verbliebenen biologischen Vielfalt bewahren, auch wenn es sehr unterschiedliche Statistiken dazu gibt.9 Seit der Gründung unserer Station rückt der gesamte Planet täglich näher an den Rand der Katastrophe, und doch merken wir mit jeder Jahreszeit, wie das Leben, das wir ermöglichen, mehr Leben hervorbringt, wie jede Blume, die anstelle von Syngenta-Pflanzen wächst, Insekten anlockt, die hier im Jahr davor noch nicht zu sehen waren. In der Mitte des Feldes finden wir Antworten auf unsere Eingangsfrage: Wir sind hier, um uns der Apokalypse entgegenzustellen, als Mediator*innen, Anleiter*innen, als die, die mehr Welten möglich machen, anstatt endlos alles aus einer Welt zu extrahieren, die einzig für unsere Spezies da zu sein scheint.
Indigene Völker, so Viveiros de Castro, nehmen das Ablaufen der Zeit bis zum Zusammenbruch der Welt nicht so wahr wie wir in der modernen, kapitalistischen Welt, denn „ihre Welt endete im Jahr 1492“. „Willst du wissen, wie es ist, wenn die Welt untergeht? Frag die Indigenen, die wissen Bescheid!“, fährt de Castro im Gespräch mit dem bekannten indigenen Denker Ailton Krenak10 unter einem Mangobaum fort. „Die Weißen interessieren sich für die Bilanzierung der Welt“, antwortet Krenak, „während die Indigenen sich dafür interessieren, wie viele Welten sie erschaffen können.“
Als wir begannen, den Kosmos-Garten11 in unserer Station anzulegen, erklärte uns die Landschaftsarchitektin Georgiana Strat, dass der Wald, der das Landschaftsbild vor 500 Jahren beherrscht hatte, das Land nach und nach wieder zurückerobern würde, sobald wir, die bescheidenen Gärtner*innen, und unsere Traktoren einmal weg seien. Allerdings gibt es 700 Meter entfernt von der Station immer noch einen großen Wald, der zum Teil unter Naturschutz steht. Es bestehe keine Notwendigkeit, diesen Wald zu vergrößern, meinte sie, und wir stimmten zu. Stattdessen könnten wir unser Experiment nutzen, um Arten zu pflanzen, die unterschiedlich gut koexistieren können, die unterschiedlich widerstandsfähig gegenüber Klimaauswirkungen sind und die eine Vielzahl von anderen Arten gedeihen lassen, indem sie ihnen über alle Jahreszeiten hinweg Nahrung bieten (so durcheinander und kaum noch als Jahreszeiten erkennbar diese mittlerweile sein mögen). Etwa zwei Jahre, nachdem wir mit der Anlage des Gartens begonnen hatten, erklärte uns die Biologin Alina Ivascu bei einem Workshop in der Station, dass die Wiesen in den rumänischen Karpaten, die zum Teil durch die Weidewirtschaft entstanden sind, eine der größten Artenvielfalten der Welt beherbergen. Menschen können Teil von Ökosystemen sein und deren Gedeihen unterstützen.
In seinem Buch The Invention of Green Colonialism12 zeigt der Umwelthistoriker Guillaume Blanc am Beispiel der Einrichtung von Nationalparks in Äthiopien, wie der Mythos vom afrikanischen Kontinent als einem von der einheimischen Bevölkerung zerstörten Garten Eden von westlichen „Expert*innen“ verbreitet und die einstigen Kolonialbehörden durch Parkwächter*innen und sonstige Unterstützer*innen ausgetauscht wurden. In Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen wie der UNESCO und dem WWF sowie lokalen Regierungen, auch sozialistischen, wurde die Vorstellung durchgesetzt, dass die Vertreibung der einheimischen Bevölkerung die einzige Möglichkeit zur Rettung der natürlichen Lebensräume sei. Blanc dekonstruiert die Legitimität der Expertenberichte, indem er ihren über Jahrzehnte verfolgten neokolonialen Ansatz sowie die Unzulänglichkeit ihres Fachwissens aufzeigt, das im Widerspruch zur Realität vor Ort und manchmal sogar zu ihren eigenen Daten steht. Unter dem Vorwand, die „Natur“ und die biologische Vielfalt zu schützen, setzen die internationalen Institutionen und Expert*innen Gesetze durch, die „die Natur der Bevölkerung zurückgeben“ und zugleich „die Menschen daran hindern, in ihr zu leben“13. Grundlage all dessen sind die Vorstellungen und Begehrlichkeiten von Menschen aus der nördlichen Hemisphäre, die mit ihrem modernen Leben unzufrieden sind und den afrikanischen Kontinent als weites, wildes Gebiet betrachten, das vor seiner eigenen Bevölkerung gerettet und der „Natur“ zurückgegeben werden muss. „Die UNESCO ist sich bewusst, dass sie dieses Bild von Afrika zu lange aufrechterhalten hat. Um dies zu ändern, hat sie 2003 das Konzept des ‚Immateriellen Kulturerbes‘ eingeführt. Diese Kategorie ermöglicht die Einbindung von Gesellschaften, die im Gegensatz zu den Europäer*innen die Welt nicht nur in die Kategorien ‚Kultur‘ und ‚Natur‘ einteilen. Das Problem ist, dass die afrikanischen Parks, die seit 40 Jahren auf der Liste des Weltnaturerbes stehen, heute noch immer als solche bestehen. Und die Bewohner*innen, die der Vertreibung entgangen sind, werden nach wie vor täglich für ihre agro-pastoralen Aktivitäten bestraft. Diese Parks gelten als die letzten Spuren des afrikanischen Garten Eden, und auf dieser Grundlage werden sie auch heute noch geschützt.“14
Renaturierungsprojekte sind zwar notwendig, um bestimmten Arten wieder eine gewisse Überlebenschance zu geben und den verheerenden Auswirkungen der kapitalistischen Ausbeutung entgegenzuwirken, aber wir müssen lernen, wo und wie, von wem und gegen wen sie durchgeführt werden. In Frankreich kaufen Bürgervereinigungen Wälder, um die Ausbeutung durch Privatunternehmen und den Staat zu verhindern15, und in Rumänien erwirbt eine aktivistische NGO Land, um die Inbetriebnahme eines Bergwerks vor Ort zu verhindern.16 Das sind die guten Vorbilder, mit denen wir uns verbunden fühlten, als wir sagten, dass wir mit der Station ein kapitalistisches Werkzeug wie das Privateigentum gegen sich selbst wenden möchten und die Einhegung auch eine Art von Schutz anstatt bloß eine Form von Ausschluss sein kann. Aber es gibt auch Beispiele für grünen Kolonialismus, Greenwashing und manchmal auch für schlichte grüne Ignoranz, wie die oben erwähnte, die Guillaume Blanc für Afrika beschrieben hat, oder auch den unverhohlenen Einsatz von Aufforstungsmaßnahmen durch den israelischen Staat, um die 1948 ausgelöschten palästinensischen Dörfer vergessen zu machen und ihre ehemaligen Bewohner*innen an der Rückkehr zu hindern.17 Das Hirngespinst eines menschenleeren Paradieses, eines Niemandslands oder der Begrünung der Wüste ist tief im kolonialen Imaginären verwurzelt und wird an die nächste Generation weitergegeben, zum Beispiel an die Mogule des Silicon Valley, die von der Unsterblichkeit und vom Terraforming auf dem Mars träumen.
Wie wir da mitten im Feld stehen, lernen wir von den Bäumen die „vertikale Weisheit“, wie die alten Ägypter*innen sie zu nennen pflegten. Doch es gibt noch so viel mehr von anderen Arten zu lernen, ebenso wie von unseren eigenen Artgenoss*innen, und dieses Wissen kann uns die horizontalen, spiralförmigen, rhizomatischen und verschlungenen Lebensweisen in einem Feld vermitteln, das nie leer war.
Die Experimental Station for Research on Art und Life ist ein Gemeinschaftsprojekt, das 2021 von einer Gruppe aus Künstler*innen, Theoretiker*innen, Ökonom*innen und anderen ins Leben gerufen wurde. Zusammen mit dem Netzwerk tranzit.ro verwalten sie ein Stück Land in dem Dorf Siliștea Snagovului, 40 km nördlich von Bukarest, in der Nähe eines Naturschutzgebiets mit einem Wald und einem See. Mit ihrer langfristigen Perspektive und einem partizipativen, offenen Prozess der Entwicklung und Kontextualisierung ist die Station der Prototyp einer Kultureinrichtung, die an ihrem spezifischen Standort verwurzelt, aber offen für Bündnisse mit anderen Gemeinschaften ist, die ein Interesse daran haben, Leben zu kultivieren. Sie ist Teil eines Post-Development-Narrativs und basiert auf ökologischen und ethischen Prinzipien.
Die Station besteht aus Anca Benera, Andrei Gavril, Arnold Estefan, Dana Andrei, Eduard Constantin, Florian Niculae, Iuliana Dumitru, Livia Pancu, Maria Eichhorn, Marius Babias, Olivia Mihălțianu, Ovidiu Țichindeleanu, Raluca Popa, Raluca Voinea, Stoyan Dechev, Thomas Poeser, Vlad Basalici und tranzit.ro.
Übersetzt von Anja Schulte
[1] Vgl. Eduardo Viveiros de Castro, Le regard du Jaguar. Introduction au perspectivisme amérindien. Bordeaux 2021, S. 145.
[2] 2023/24 organisierte tranzit.ro einen Kurs über situiertes dekoloniales Denken und entsprechende Konzepte unter der Leitung des Theoretikers Ovidiu Țichindeleanu. Der Kurs, der zum Teil in der Experimental Station for Research on Art and Life in Rumänien stattfand, trug den Titel Non-Western Technologies for the Good Life; https://ro.tranzit.org/en/project/0/2023-11-01/non-western-technologies-for-the-good-life. Das positionierte Selbst, wie es der dekoloniale Denker Rolando Vázquez definiert – ein Selbst, das „nicht davon ausgehen kann, Zentrum der Welt zu sein, weil es sich der radikalen Pluralität der Welten und Geschichten um sich herum bewusst ist“ [Rolando Vázquez, Vistas of Modernity Decolonial aesthetics and the end of the contemporary. Amsterdam 2020, S. xviii] –, gehörte zu den Themen, die die Gespräche innerhalb und außerhalb des Kurses beherrschten.
[3] Vgl. die Online-Präsentation von Valiana Aguilar im Rahmen des Kurses Non-Western Technologies for the Good Life, 24. Februar 2024.
[4] Das Landwirtschaftssystem, das in ganz Mittelamerika verwendet wird, insbesondere auf der Halbinsel Yucatán in Mexiko.
[5] Die Konferenz wurde aufgrund von Corona abgesagt; https://documenta-fifteen.de/en/calendar/new-rural-agenda-summit/.
[6] https://perhutana.id/story/
[7] https://ro.tranzit.org/en/project/0/2021-05-01/the-experimental-station-for-research-on-art-and-life
[8] https://www.cbd.int/conferences/2024
[9] Die Vereinten Nationen stellen vorsichtig fest: „Die Gebiete indigener Völker umfassen 28 % der Erdoberfläche und 11 % des Waldaufkommens weltweit. Sie sind die Hüter des größten Teils der verbleibenden Artenvielfalt der Welt.“ (https://www.un.org/en/observances/indigenous-day) In einem Artikel vom 26. September 2024 kontextualisieren Latoya Abulu, Aimee Gabay und Sonam Lama Hyolmo die Debatte um die 80 Prozent der biologischen Vielfalt, die angeblich von indigenen Völkern erhalten werden. Sie betonen, wie wichtig es ist, die vielfältigen und nuancierten Grundlagen dieser nicht-offiziellen Statistik zu berücksichtigen, ohne dabei die Rolle der unterschiedlichen Kosmologien und Lebensauffassungen indigener Gemeinschaften, die es ihnen ermöglichen, Biodiversität zu schützen, sowie den zunehmenden Druck kapitalistischer Extraktion auf ihr Land und in ihre Territorien außer Acht zu lassen; https://news.mongabay.com/2024/09/do-indigenous-peoples-really-conserve-80-of-the-worlds-biodiversity/.
[10 Vgl. „Conversa na Rede“, von der Plattform Selvagem organisierte Hängemattengespräche; https://www.youtube.com/watch?v=wp5NlnNE4BI, 17. August 2023; https://selvagemciclo.com.br/en/o-que-somos/.
[11] https://ro.tranzit.org/en/project/0/2022-10-29/cosmos-garden-the-pilot-episode
[12] Guillaume Blanc, The Invention of Green Colonialism. Cambridge 2022 [franz. Orig. L’invention du colonialisme vert. Pour en finir avec le mythe d’Éden africain. Paris 2020].
[13] Vgl. ebd., S. 127.
[14] Ebd., S. 176f.
[15] Association Forêts Sauvages; http://www.forets-sauvages.fr/web/foretsauvages/99-coordonnees.php.
[16] https://romania.europalibera.org/a/proiect-mina-aur-blocat-ong/31581887.html
[17] https://visualizingpalestine.org/visual/green-colonialism/ und https://placesjournal.org/article/a-situation-a-tree-in-palestine/ sind zwei von vielen Artikeln zu diesem Thema.