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Heft 1/26 – Data Materialities

Heutige Kunst- bzw. Kunstausbildungsinstitutionen stehen an einer entscheidenden Schwelle: Daten, Algorithmen und künstliche Intelligenz sind zu Werkstoffen einer neuen industriellen Epoche geworden, in der das Verhältnis von Kunst, Technik und Gesellschaft grundlegend neu verhandelt werden muss. Was einst ästhetische Eingriffe und Adaptionen inmitten unterschiedlicher Phasen von industrieller Produktion waren, verlangt heute nach einer Neubetrachtung im digitalen Raum. Das Heft Data Materialities, das in Kooperation mit dem Weibel Institut für digitale Kulturen der Universität für angewandte Kunst Wien entsteht, fragt, wie sich die Kunst inmitten datengetriebener Prozesse behaupten kann – oder diese gar zu transformieren versteht. Daten sollen dabei nicht länger als abstrakte Informationsströme verstanden werden, sondern als etwas Physisches, Form-bares, das sich gestalten lässt. Wie können künstlerische Praktiken maschinelles Lernen nicht nur nutzen, sondern auch hinterfragen, verformen, unterlaufen, neu ausrichten? Welche Formen des Denkens und von ästhetischer Praxis entstehen, wenn Algorithmen zu gestalterischer Materie werden? Die Diskussion reicht weit über technische Fragen hinaus: Es geht um Ethik, Repräsentation, ja eine kritische und demokratische Teilhabe an KI – und um die Möglichkeit, aus künstlerischer Perspektive andere Vorstellungen von Intelligenz und Kreativität zu entwickeln. Darüber hinaus fragt die Ausgabe auch, wie sich künstlerisches Wissen als Motor gesellschaftlicher Transformation begreifen lässt. Data Materialities versucht diese Vision weiterzudenken – und damit den komplexen Dynamiken digitaler Veränderung auf kritische, imaginative und letztlich humanistische Weise gerecht zu werden.

Erscheinungstermin: 16. März 2026